Brasilien

Nachdem ich im Frühjahr 2016 sehr gute Erfahrungen mit Vitamin D3 gemacht habe, war mir klar, dass ich in Zukunft mehr davon haben möchte. Wenn möglich natürlich, also per Sonneneinstrahlung. Im Winter habe ich von einem „Meditations und Yoga“ Retreat in Brasilien erfahren und mich dafür angemeldet.
Kurz gesagt: es war ein Erlebnis! Sowohl der Retreat, als auch die restliche Zeit. Ich habe mir nämlich gedacht, wenn ich schon mal den Flug zahle, dann bleich ich gleich etwas lönger. Das Visum bekommt man für 3 Monate, also war ich 3 Monate im sonnigen, Vitamin D reichen Brasilien.

Der Nervenkitzel VOR der Reise war, dass ich keine Pläne hatte für die Zeit nach dem Retreat und eigentlich nicht wusste, wie ich mein Leben danach finanzieren sollte (ich hoffte, dass mir während der 3 Monate was einfallen würde). Der Nervenkitzel WÄHRENDDESSEN war aber auch nicht ohne:

Angekommen am Flughafen in Rio wollte ich zum Bankomat gehen und mir Geld abheben. Ich versuchte verschiedene Bankomat, aber jeder meinte, ich solle die Karte wieder entfernen. Ich hatte zwar eine Kreditkarte mit, aber verabsäumt mir dafür einen Pin zu besorgen. (Ich war noch in dem Zeitalter, wo man für die Kreditkarte keinen Pin braucht, sondern eine Unterschrift.) Also war ich am Flughafen in Rio de Janeiro ohne die Chance auf Geld für ganze 3 Monate! In stieg ein „komisches“ Gefühl hoch.

Für die ersten 3 Tage in Rio hatte ich ein Zimmer gebucht (zum Ankommen, Jetlag, Akklimatisieren, etc). Mit meinen letzten Euros fuhr ich mit dem Taxi (der Fahrer sprach Null Englisch und ich Null Portugiesisch) zu dem AirBnB Zimmer. Die Tür war … speziell. Eher eine Hintertür aus Hollywood Horrorfilmen und über der Straße schienen Bahngleise entlang zu gehen. Na gut, was sollte ich sonst machen. Ich läutete. Keiner meldet sich. Nochmal. Wieder nichts.

Ich war also in einer heruntergekommenen Gegend wo kaum Leute waren im nicht ungefährlichen Rio ohne Portugiesisch zu sprechen. Wunderbar!

Am Eck des Häuserblockes war ein kleines Handwerkszeuggeschäft. Also bin ich da rein und fragte ob jemand Englisch spricht. Die Leute verneinten. Sie verstanden zwar, dass ich Englisch sprach, aber mehr nicht. Einer der Angestellten winkte mich zu sich und seinem Computer und zeigte mir ein Google Translate. Ich verstand! Ich fragte, ob sie den Zimmervermieter kannten. Nop. Ich zeigte ihnen die Tür. Irgendwann hämmerte einer auf die Tür und siehe da einige Sekunden später erschien mein Vermieter. Tja, andere Kultur… 😉

Er war wirklich sehr freundlich und zeigte mir das Zimmer. Sehr einfach, aber sauber und ich musste nicht auf der Strasse schlafen. Ich wusste auch, dass es bei ihm Wifi gab. Ich hoffte meine Bank zu erreichen oder sonst Infos zu meinem Cash Problem zu bekommen. Leider war Samstag, also würde ich keinen bei der Bank erreichen. Nach ein Paar Panikschüben beruhigte sie ich mich und mir fiel mein Paypalaccount ein. Ich erklärte Fernando, meinem Vermieter, mein Problem und er erklärte sich bereit, mir etwas Bargeld zu geben, wenn ich ihm das Geld per paypal überwies. Wunderbar! Nun konnte ich die nächsten Tage was zu essen kaufen!

Nach einer unruhigen Nacht beruhigte ich mich. In Ruhe befragte ich nochmal Google und las den Tipp, dass manche Bankomaten hier in Brasilien bei ausländischen Abhebungen verlangten, die Karte ein zweites Mal einzuführen. Deshalb vielleicht die Aufforderung ich solle die Karte entfernen. Nun war wieder Hoffnung da! Ich ging zum nahe gelegenen Busbahnhof und hoffte, dass dort ein Bankomat sein würde. – Es war einer da und ich konnte Geld abheben. Puuhh! Meine Zeit hier in Brasilien wurde in diesem Augenblick deutlich besser! 🙂

Das war der erste Nervenkitzel, den Brasilien mir gab. Es folgten noch weitere, aber der erste ist immer der heftigste! 😉

In den nächten 3 Monaten besuchte ich Ayahusca und Pejote Zeremonien mit Schamanen und in dem Uban Daime Ritus. Wohnte in einem Hippiedorf wöhrend eines Festivals. Sah exotische Tiere (einschließlich große Spinnen auf meinem Rucksack :-)), verhalf einem sehr scheuen Straßenhund zu mehr Selbstvertrauen, strich ein Haus, lernte Human Design kennen, half mit schamanischer Heilarbeit, besuchte den Geistheiler Joao de Deus und lernte viele liebe und verrückte Menschen kennen!

Jedenfalls verbrachte ich wundervolle, aufregende, entspannende, verrückte, berauschte, umarmende, heilsame und vor allem sonnige 3 Monate in Brasilien!

Wenn ihr hören wollt, wie ich die einzelnen Dinge gemacht hab, dann meldet euch, dann erzähle ich mehr … 🙂